Ethik

Alles beginnt bei uns selbst – wie wir denken und handeln, eben, wie wir uns verhalten, wie wir die Umgebung rezipieren und wieder beeinflussen (wollen). In demokratischen Systemen sind wir zwangsläufig freier, weitgehend ungebunden in unseren verbalen Auswüchsen im Rahmen der lokalen Kultur – ob richtig oder falsch, wer kann das schon rational beurteilen. Tatsache ist, wir verhalten uns entsprechend unserer Sozialisierung. Es ist also nicht die Informationsfülle die unser Handeln prägt, es ist, wie wir sie verarbeiten, wie wir sie mit unserem Wissen, unseren Einstellungen und den Erfahrungen verknüpfen – und, über verfügbares Wissen hinterfragen.

Ein überwiegend leidvoller Prozess, den die meisten vermeiden – gibt doch niemand gern zu, dass er falsch liegt. Etwas vereinfacht können wir die Menschen heute in zwei Gruppen einteilen (bei fließendem Übergang). Die einen, die versuchen, Fragen wertfrei zu lösen, neue Erkenntnisse zu erarbeiten, also den evolutionären Umbruch nützen, kritisch Denken, sich bemühen, reale Schlussfolgerungen zu ziehen, eben, ihr Denken anpassen. Und in jene, die ungefiltert aufnehmen was gerade auf sie einströmt, es unreflektiert konsumieren und ihre Einstellungen, ihr Verhalten davon leiten lassen; z.B. als willfährige Apologeten autoritärer Regimes, mediengesteuerte Individuen die demokratische Entwicklung nicht nur behindern, sondern sogar verfälschen, ideologisch „gesteuerte“ willfährige Marionetten, wie wir sie bei jedem Umbruch schon erlebt haben (Le Bon 1841-1931).

Nun aber beschleunigen sich die Prozesse, weltweit; kann doch jeder schon lesen und schreiben, und meint nun – mit Banalstem, dazu von irgendjemanden noch verfälscht –, mit genügend Zeit und in sorgenfreier Existenz, überall mitmischen zu können, selbst ethische Werte zu missachten und – in der Anonymität des Netzes – seine „demokratischen“ Rechte anderen „autoritär“ aufs Auge drücken zu dürfen. Welcher Tiefschlag für die Demokratie?